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Herstellung

HERSTELLUNG

Unsere Seite für galenische Informationen, Verarbeitungshinweise für oft verwendete Wirkstoffe und Tipps für die Herstellungspraxis. Unsere aktuellen Herstellungsempfehlungen für die Teilnahme an den ZL-Ringversuchen und Support-Videos finden Sie ebenso an dieser Stelle.

Herstellungstipps

  • Dimethylsulfoxid

    Dimethylsulfoxid (DMSO) ist eine nahezu farblose, geruchlose und sehr polare Flüssigkeit, sie ist hygroskopisch und mit Wasser gut mischbar.

    Bei der Verarbeitung mit bestimmten Cremes kommt es zu physikalischen Instabilitäten, die u.a. abhängig vom enthaltenen Emulgator sind. Beim Einarbeiten in Cremes kommt es zu einer spürbaren Wärmeentwicklung.

    Dimethylsulfoxid ist mit einigen Kunststoffen unverträglich. Die Herstellung und Abgabe in Packmitteln aus Polyolefinen, dazu gehören alle TOPITEC® Kruken und -Dosen, ist neben Glas als Behältnismaterial möglich. Die Abgabe in einer Aluminiumtube ist nur vertretbar, mit eingezogenem Folienbeutel, wie er beim Rolliersystem verwendet wird. Aluminiumtuben mit Innenlack, wie z.B. aponorm® Aluminiumtuben, dürfen wegen möglicher Interaktionen mit DMSO nicht verwendet werden.

    In DAC/NRF ist die hydrophile Dimethylsulfoxid-Creme 50 % (NRF 2.6.) standardisiert.

    Der Basiscreme DAC wird ein anionischer Gelbildner, „Hydrogelbildner“ >Carbomer 50 000, zur physikalischen Stabilisierung zugesetzt. Eine Neutralisationsbase ist bei der Creme nicht erforderlich, das Carbomer bewirkt auch mit reinem DMSO die gewünschte Gelbildung.

    (Quelle: DAC/NRF Dimethylsulfoxid-Creme 50 % (NRF 2.6.) und NRF Rezepturhinweis Dimethylsulfoxid)

    Stand der Information: 20.05.2020 

  • Erythromycin

    Erythromycin ist ein farbloses bis schwach gelbes, leicht hygroskopisches Pulver, das als mikrofeiner Rezepturausgangsstoff erhältlich ist. Der Wirkstoff ist in lipophilen Bestandteilen von Dermatika sowie in Wasser schlecht, in Ethanol oder Propylenglycol jedoch recht gut löslich. In Cremes liegt der Wirkstoff – in Abhängigkeit der Zusammensetzung - meist überwiegend suspendiert vor.

    Das Pulver scheint bzgl. der spezifischen, galenischen Eigenschaften je nach Charge und Anbieter recht unterschiedlich beschaffen zu sein und lässt sich oft schlecht benetzen und dadurch nur ungleichmäßig in der Rezeptur verteilen. Es können sichtbare und spürbare Klümpchen (Agglomerate) auftreten, daher ist eine Inprozesskontrolle jeder Rezeptur mit suspendiertem Erythromycin unerlässlich. Das Anreiben in der Fantaschale, mit einer geeigneten Flüssigkeit, z.B. Neutralöl oder mit einem Teil der Grundlage, vor der weiteren Verarbeitung im TOPITEC® kann aus diesem Grund notwendig sein.

    Bitte beachten Sie auch die speziellen Herstellerinformationen der Grundlagenlieferanten, z.B. bei Verwendung eines Fertigarzneimittels wie Linola® Emulsion, sowie die weiterführenden Informationen des DAC/NRF (Hauptwerk, Online-Dienste) usw.

    Verarbeitung im TOPITEC® Mischsystem – externes Anreiben

    Durch unsere Teilnahme am 2. ZL-Ringversuch 2010 (Erythromycin 2% in Linola® zu 50,0 g) und durch andere interne Auswertungen mit dem ZL konnten wir feststellen, dass Erythromycin sich schlecht in Linola® Emulsion einarbeiten lässt. Selbst nach mehrfachem Mischen sind fast immer noch Agglomerate unter dem Mikroskop oder durch Ausstrich auf einer Glasplatte etc. erkennbar. Gemäß der speziellen Herstellerempfehlung der Firma Dr. August Wolff haben wir vor der weiteren Verarbeitung im TOPITEC® Mischsystem das mikrofeine Erythromycin daher mit dem Hilfsstoff Tween 20 -10%ige wässrige Lösung intensiv (!) in der Fantaschale angerieben und anfangs direkt einen großen Anteil der Grundlage (nämlich gut 1/3!) eingearbeitet. Diese „Anreibung“ wurde dann im Sandwichverfahren mit dem Rest der Grundlage in die TOPITEC® Kruke überführt und im TOPITEC® Mischsystem weiterverarbeitet. 

    Anreiben in der TOPITEC® Kruke – Herstellung in zwei Schritten

    Hierbei wird im ersten Schritt ein „Wirkstoffkonzentrat“ aus ca. 50-60% der verordneten Grundlage und dem Erythromycin, direkt in der TOPITEC® Kruke, hergestellt. Das externe Anreiben in der Fantaschale entfällt dadurch.

    Nach dem ersten Schritt eine Inprozesskontrolle durchführen, sind keine Agglomerate erkennbar, wird die restliche Grundlage ergänzt und erneut gemischt (2. Schritt). Das agglomeratfreie Wirkstoffkonzentrat wird im 2. Herstellungsschritt also mit der restlichen Grundlage „verdünnt“, man erhält eine gleichmäßig beschaffene Suspensionsrezeptur.

    Hinweis: Die hier beschriebene Herstellungstechnik „2-schrittiges Mischen” kann nur in den Krukengrößen 30 g bis 100 g durchgeführt werden!

    Leider ist diese Empfehlung nicht für die Kombination mit Linola® Emulsion gültig, hier gilt nach wie vor das externe Anreiben in der Fantaschale.

    Erythromycin 1% in Basiscreme DAC zu 20,0g

    Für die Herstellung, der ebenfalls häufig angefragte Rezeptur, „Erythromycin 1% in Basiscreme DAC zu 20,0g“, empfehlen wir die Anreibung des Wirkstoffes (ggf. mit einem Hilfsstoff) in der Fantaschale. Im Hinblick auf das breite Spektrum der Substanz bzgl. der Modifikationen und der starken Neigung zur Agglomeratbildung, könnte das Einwiegen im „einfachen Sandwichverfahren“ dazu führen, dass in der Inprozesskontrolle Agglomerate erkennbar sind, die auch durch erneutes Mischen nicht gänzlich verschwinden. Wie Erythromycin sich in einer Creme-Rezeptur verhält, kann vormals oft nicht sicher eingeschätzt werden.

    Aufgrund der sehr geringen Gesamtmenge von nur 20g, ist es vermutlich eine Arbeitszeitersparnis, wenn die Rezeptur komplett in der Fantaschale (ad 20g) angefertigt wird, somit vermeidet man auch einen Wirkstoffverlust, der beim Überführen kleiner Rezepturmengen aus der Fantaschale in die Kruke, entstehen könnte, sollte der Ansatz im TOPITEC® weiterverarbeitet werden.

    Die Herstellung in 2 Schritten ist leider nicht möglich (siehe oben), da die Mengen zu gering sind, um sie ordnungsgemäß in der Kruke und dem TOPITEC® Mischsystem zu verarbeiten!

    Uns liegen keine validen Daten zu dieser Rezeptur vor, unsere Empfehlungen basieren lediglich auf eigenen Praxistests (Stand: 05/2022).

    Ob Erythromycin generell vor der weiteren Verarbeitung im TOPITEC® Mischsystem in einer Reibschale angerieben werden sollte, können wir aufgrund der verordneten und sehr vielfältigen Kombinationen mit verschiedensten Grundlagen nicht festlegen. Andere Kombinationen, d.h. Erythromycin mit anderen Grundlagen (…) sind von uns noch nicht valide überprüft worden. Ihre eigenen Erfahrungen und Beobachtungen innerhalb der Inprozessprüfungen sind bei der Erstellung von Herstellungsanweisungen für „Erythromycin-Cremes“ wichtig und ausschlaggebend. Die Qualität der Rezepturen kann nur durch Inprozesskontrollen überprüft und daraus resultierend weitere Herstellungsschritte abgeleitet werden.

    Tipp: Eine Inprozesskontrolle der fertigen Rezeptur ist gerade bei nicht standardisierten Rezepturverordnungen wichtig, um möglicherweise vorhandene Agglomerate in der fertigen Rezeptur zu erkennen. Durch Ausstreichen einer kleinen Menge der Rezeptur als dünne Schicht, z.B. auf einer Glasplatte kann die Qualität der Rezeptur hinsichtlich makroskopisch erkennbarer Teilchen oder Agglomerate überprüft werden (5 Stück / VE, WEPA Best.-Nr. 013500).


    Update „Erythromycin-Cremes“ – Verdünnte Basiscreme DAC

    Die Erythromycin-Creme (nach NRF 11.77., 2%) kann trotz Herstellung nach unserer überprüften Herstellungsempfehlung in 2 Schritten sehr niedrigviskos werden, nachdem im 2. Schritt die Flüssigkeiten eingearbeitet werden. Bitte lassen Sie die Kruke einige Zeit lang „auf dem Kopf“ stehen, gerne auch im Kühlschrank, bis sich in der Regel die Konsistenz wieder verfestigt. Wählen Sie bei einer zu dünnflüssigen Cremekonsistenz ggf. ein anderes Packmittel aus und füllen Sie die Rezeptur um.

    Die seit Juni 2014 erhältliche „Verdünnte Basiscreme DAC“ (Hersteller Caelo) erleichtert die Herstellung der NRF Rezeptur, z.B. die Herstellung der Hydrophilen Erythromycin-Creme 2% (NRF 11.77.).

    Es müssen lediglich der Wirkstoff und die jeweils entsprechende Menge Citronensäure-Lösung 0,5%, sowie die Mittelkettigen Triglyceride eingearbeitet werden. Der Wasser- und Propylenglycol-Anteil entspricht dem vorgesehenen Verhältnis in der Rezeptur NRF 11.77. (Basiscreme DAC 50T, Propylenglycol 10T und Gereinigtes Wasser 40T).

    Neben der Zeitersparnis ist besonders die festere Konsistenz der fertigen Rezeptur ein Grund dafür, die verdünnte Basiscreme einzusetzen.

    An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass sich unsere Empfehlungen „2-schrittiges Mischen“ ausschließlich auf die Verarbeitung in 30 g, (50 g) und 100 g TOPITEC® Kruken beziehen!

    Stand der Information: 11.05.2022

    Die Aufzeichnung des Web-Seminars „Erythromycin - Praxis am TOPITEC® Mischsystem“ finden Sie hier.

  • Glucocorticoide

    Glucocorticoide, genauer gesagt die topischen Glucocorticoide (oder Externsteroide u.a. genannt) liegen in den meisten Dermatika fein suspendiert vor, da sie in der Regel schlecht wasser– und/oder lipidlöslich sind. Glucocorticoide werden deshalb in mikronisierter/mikrofein gepulverter Form verwendet, ebenso sind oftmals Rezepturkonzentrate erhältlich und deren Verwendung zu empfehlen. In vielen ZL-Ringversuchen zu halbfesten Zubereitungen, an denen wir seit 2004 konsequent teilnehmen, wurden Vertreter aus der Wirkstoffgruppe verwendet, z.B. Betamethasonvalerat, Clobetasolpropionat, Dexamethason, Mometasonfuroat, Prednicarbat u.v.m., und für alle Ringversuch-Rezepturen haben wir eine überprüfte Herstellungsempfehlung erstellt, die in die jeweiligen TOPITEC® Rezepturhandbücher eingeflossen sind.*

    Wie bei allen Suspensionsrezepturen ist im Rahmen der Inprozessprüfung verstärkt auf eine gleichmäßige Beschaffenheit der Zubereitung, ohne erkennbare Agglomerate zu achten. Im NRF/ Allg. Hinweise/ I.2.Herstellung/I.2.3.1 Inprozessprüfungen“ und in der „DAC-Probe 12 (5. Gleichmäßiges Aussehen einer dickflüssigen oder halbfesten Zubereitung an entnommener Probe" )ist beschrieben, welche Möglichkeiten es in der Praxis gibt.

    Da Glucocorticoide niedrigdosiert eingesetzt werden (je nach Wirkstoff zwischen 0,025 – max. 1%), ist vor allem auf den richtigen Umgang mit den verwendeten Waagen und auf das quantitative Überführen der Substanz von der Wägeunterlage ins Herstellungsgefäß zu achten, damit kein Mindergehalt entsteht.

    Für die Verarbeitung im TOPITEC® beachtet man die gleichen herstellungstechnischen Hinweise, die auch für andere, suspendiert vorliegende Wirkstoffe gelten. Die Einwaage erfolgt im Sandwich-Verfahren, d.h. der Wirkstoff ist von allen Seiten mit Grundlage bedeckt, sofern Hilfsstoffe zum Anreiben, wie z.B. Mittelkettige Triglyceride vorgesehen sind, können diese direkt auf den Wirkstoff gegeben werden. Wässrige Rezepturbestandteile wie z.B. Pufferlösungen, werden als letztes eingewogen, ein Kontakt zwischen dem (pulverförmigen) Wirkstoff und der wässrigen Lösung muss unbedingt beim Einwiegen vermieden werden, sonst können Agglomerate entstehen!

    Für die Verarbeitung des Wirkstoffes Prednicarbat in der NRF-Rezeptur Hydrophile Prednicarbat-Creme NRF 11.144., empfehlen wir einen 2-schrittigen Herstellungsprozess und das „Anreiben“ in der TOPITEC® Kruke, wegen der geforderten durchgängig kleinen Partikelgröße in der Zubereitung. Aktuell hat sich dies auch für den Ringversuch Hydrocortisonacetat 0,25% in Nichtionischer hydrophiler Creme DAB zu 50g bewährt.

    Hinweis an dieser Stelle: Das Anreiben in der Kruke (2-schrittige Herstellung) kann nur und ausschließlich in den Krukengrößen 30g, 50g und 100g erfolgen!

    * Konkrete Rezepturbeispiele mit allen Informationen und Tipps finden Sie in Ihrem TOPITEC® Rezepturhandbuch:


    Herstellungsempfehlungen für ZL-Ringversuch-Rezepturen finden Sie hier.

    Die Aufzeichnung des Web-Seminars „Glucocorticoide - Praxistipps für TOPITEC® Rezepturen“ finden Sie hier.

    Stand der Information: 11.05.2022

  • Grenzflächenaktive Wirkstoffe

    Einige Wirkstoffe können aufgrund ihrer Eigenschaften und nicht sicher nachvollziehbaren Wechselwirkungen die Konsistenz und Beschaffenheit einer Cremegrundlage stark beeinträchtigen, die Viskosität herabsetzen oder die Emulsion zerstören. Lauromacrogol 400 (Thesit®, Polidocanol 600), Steinkohlenteerlösung/-spiritus, Ammoniumbituminosulfonat oder Benzalkoniumchlorid u.a. sind grenzflächenaktiv und haben einen tensidischen Charakter. Bei Verarbeitung von Lauromacrogol 400 oder Chlorhexidindigluconat-Lösung (Chlorhexidinsalze) in hydrophilen Cremes kann es möglicherweise durch Mischmizellbildung zu einer Konsistenzerniedrigung der Zubereitung kommen. Auch Wirkstoffe mit phenolischem Charakter (z. B. Salicylsäure) können in Verarbeitung mit bestimmten Emulsionstypen die Konsistenz und die Beschaffenheit der Grundlage stark beeinträchtigen. Auch bei Verarbeitung von Diltiazem-Hydrochlorid in hydrophilen Cremes, z. B. kann eine irreversible Konsistenzerniedrigung auftreten, wenn zu „hochtourig“ gemischt wird. Eine Konsistenzerniedrigung stellt nicht unbedingt eine Inkompatibilität dar und mindert nicht die Qualität der Zubereitungen. Diese Veränderungen treten, wenn auch in geringem Umfang, auch bei der Verarbeitung in der Fantaschale auf. Um die Struktur oder Konsistenz einer Creme darüber hinaus nicht noch mehr zu beeinträchtigen, sollten beim Verarbeiten im TOPITEC® Mischsystem angepasste* Mischparameter gewählt werden.

    Tipp:* Um eine Konsistenzerniedrigung der Zubereitungen weitestgehend zu minimieren oder zu vermeiden, sollte mit niedrigeren Drehzahlen (UpM) gemischt werden. Wir empfehlen die Drehzahl zwischen 300 UpM (Chlorhexidindigluconatlösung/-salze!) und max. 700 UpM (z.B. Lauromacrogol 400) einzustellen und die Mischzeit – in Abhängigkeit der Krukengröße – gegebenenfalls zu verlängern.

    Packmittel: Bitte kontrollieren Sie die Qualität der fertigen Rezepturen hinsichtlich der Konsistenz.

    Dünnflüssige oder galenisch instabile Rezepturen können zwar in TOPITEC® Kruken hergestellt, müssen aber nachher in geeignete Packmittel umgefüllt werden.

    Alternativ können niedrigviskose oder galenisch instabile Rezepturen auch in den TOPITEC® Rezepturgefäßen hergestellt und anschließend in ein geeignetes Packmittel umgefüllt werden, z. B. Lotio-Flaschen oder Weithalsglas (TOPITEC® Rezepturgefäß).

    Stand der Information: 28.04.2017

  • Harnstoff

    Harnstoff ist überwiegend grobkristallin erhältlich. Bei der rezepturmäßigen Verarbeitung ist es wichtig zu erkennen, ob eine Suspensionsrezeptur hergestellt wird (wasserfreie Rezeptur, Harnstoff löst sich nicht) oder eine hydrophile oder lipophile Creme (oder Lotion) vorliegt, in der sich Harnstoff löst.

    Bei der Verarbeitung in wasserhaltigen Grundlagen (Cremes)* kann kristalliner Harnstoff ohne vorherige Zerkleinerung verwendet werden. Bei ausreichend hohem Wasseranteil der Grundlage – mind. 1,5-fache Wassermenge gegenüber der Harnstoff-Einwaage wird empfohlen – ist es nur eine „Frage der Mischzeit“, bis der Harnstoff sich gelöst hat. Bei hydrophoben Cremes (Wasser ist die innere Phase) dauert es etwas länger als bei hydrophilen Cremes. In der Regel reichen die Standard-Mischempfehlungen (Mischzeiten) für die jeweilige Krukengröße aus, um den Harnstoff zu lösen und homogen in der hydrophilen Cremegrundlage zu verteilen.

    Tipp: Da es sich um einen endothermen Lösungsvorgang handelt, kühlen Cremes, die bei Raumtemperatur gelagert wurden, während des Mischvorgangs ab. Eine unerwünschte Erwärmung durch den Mischvorgang ist demnach nicht zu befürchten. Für hydrophobe Cremes, in denen Harnstoff sich langsam löst, empfehlen wir eine Verlängerung der Mischzeit bei gleichzeitiger Reduzierung der Drehzahl (UpM) auf ca. 800 UpM. Wasserfreie Harnstoff-Suspensionssalben sind chemisch und physikalisch sehr stabil, allerdings relativ aufwändig in der Herstellung, da die erforderliche Partikelgröße des Harnstoffs sichergestellt werden muss. Es empfiehlt sich die Verwendung der Harnstoff-Stammverreibung (50% in Vaselin, NRF S. 8.), um das nachträgliche Bearbeiten der Suspensionsrezeptur mit der Salbenmühle zu umgehen.

    Wählen Sie für die Herstellung von Harnstoffcremes zuerst die zur Grundlagenverarbeitung und Krukengröße passenden Mischparameter für die Rezeptur aus und überprüfen Sie das Mischergebnis. Sollte der Harnstoff noch nicht vollständig gelöst sein, können Sie den Krukeninhalt durch einfaches „Stehenlassen“ für einige Minuten bei Raumtemperatur etwas „anwärmen“. Danach wiederholen Sie bitte den Mischvorgang mit der gleichen Systemeinstellung und prüfen anschließend das Ergebnis.

    Eine Rezepturempfehlung (Hydrophile Harnstoff-Creme 5%, 75 g (NRF 11.71.) haben wir im Rahmen unserer Teilnahme am 1. ZL-Ringversuch 2015 erarbeitet.

    Stand der Information: 31.05.17

  • Metronidazol

    Metronidazol ist als kristallines oder mikronisiertes Pulver sowie in Form von Rezepturkonzentraten erhältlich. Bei der Herstellung von Suspensionszubereitungen sind ausschließlich mikrofein gepulvertes Metronidazol oder Rezeptur-Konzentrate zu verwenden. Bei Einarbeitung von Metronidazol in wasserhaltige Zubereitungen wie z. B. Cremes, Lotionen, ist Wärmeanwendung während des Herstellens wenn möglich zu vermeiden, oder zu minimieren.

    Es können sonst übersättigte Lösungen entstehen, aus denen beim Abkühlen Metronidazol sichtbar und spürbar auskristallisiert, da der Wirkstoff zu raschen Umkristallisationen neigt. Dieser sogenannte „Peelingeffekt” durch spürbare Partikel tritt vor allem bei Wirkstoffkonzentrationen um ca. 1% auf. Frisch hergestellte Grundlagen, z. B. Anionische hydrophile Creme DAB sind daher ausschließlich in kaltem Zustand zu verwenden! Zur Vermeidung einer möglichen Inprozess-Erwärmung durch den Mischvorgang selbst, kann die verordnete Cremegrundlage vorab durch Lagerung im Kühlschrank gekühlt werden. Es empfiehlt sich mitunter, nur die benötigte Teilmenge der Grundlage zu kühlen und nicht das ganze Gebinde. Metronidazol-Cremes sollten – sofern nichts anderes festgelegt ist – mit niedrigeren Drehzahlen (UpM) verarbeitet werden. Wir empfehlen die Drehzahl auf max. 800 UpM zu begrenzen und die Mischzeit – in Abhängigkeit der Krukengröße – entsprechend etwas zu verlängern. Metronidazolcremes enthalten ähnlich wie Rezepturen mit Erythromycin oftmals noch Agglomerate bzw. die durchgängig kleine Partikelgröße im Endprodukt ist kritisch zu betrachten. Für eine homogene Verteilung des Wirkstoffes in Suspensionszubereitungen sowie zur Wahrung der geforderten Partikelgröße ist die Verwendung eines Rezeptur-Konzentrates daher sehr hilfreich.

    Rezeptur-Tipp! Anreiben leicht gemacht, nutzen Sie das 2-schrittige Mischen in der TOPITEC® Kruke.

    Hierbei wird im ersten Schritt ein Wirkstoffkonzentrat aus einem Teil Grundlage und dem Wirkstoff in der TOPITEC® Kruke hergestellt. Das externe Anreiben entfällt. Nach Öffnen und Ergänzen der restlichen Grundlage wird in der gleichen Kruke erneut gemischt, sofern keine sichtbaren Agglomerate erkennbar waren (Inprozesskontrolle durchführen). Das Wirkstoffkonzentrat wird im 2. Herstellungsschritt quasi mit der restlichen Grundlage „verdünnt“, man erhält eine gleichmäßig beschaffene Suspensionsrezeptur.


    Die Herstellung in zwei Schritten kann generell NUR in den Krukengrößen 30 g, 50 g und 100 g durchgeführt werden. Im ersten Schritt müssen mindestens 50% des Gesamtinhaltes verarbeitet werden.

    Zusammenfassung:

    Ob Metronidazol vor der weiteren Verarbeitung im TOPITEC® Mischsystem in einer Reibschale angerieben werden sollte, können wir aufgrund der verordneten und sehr vielfältigen Kombinationen mit verschiedensten Grundlagen nicht festlegen. Zu guten Ergebnissen hinsichtlich der homogenen Verteilung und kleiner Teilchengröße im Endprodukt, führt das 2-schrittige Mischen, wie oben beschrieben in der benannten Rezeptur. Andere Kombinationen sind von uns derzeit noch nicht valide geprüft worden. Ihre eigenen Erfahrungen, Inprozessprüfungen und Beobachtungen sind bei der Erstellung von Herstellungsanweisungen für „Metronidazol-Cremes“ wichtig und ausschlaggebend.

    Die Qualität der Rezepturen sollte durch Inprozesskontrollen überprüft und weitere Herstellungsschritte ggf. abgeleitet werden.

    Tipp: Eine Inprozesskontrolle der fertigen Rezeptur ist gerade bei nicht-standardisierten Rezepturverordnungen wichtig, um möglicherweise vorhandene Agglomerate in der fertigen Rezeptur zu erkennen. Durch Ausstreichen einer kleinen Menge der Rezeptur als dünne Schicht auf einer Glasplatte kann die Qualität der Rezeptur hinsichtlich makroskopisch erkennbarer Teilchen oder Agglomerate überprüft werden (5 Stück / VE, WEPA Best.-Nr. 013500).

    Wichtiger Hinweis!

    Die Herstellung in zwei Schritten kann generell NUR in den Krukengrößen 30 g, 50 g und 100 g durchgeführt werden. Im ersten Schritt müssen mindestens 50% des Gesamtinhaltes verarbeitet werden.

    Stand der Informationen: 01.07.2020

  • Prednicarbat

    Prednicarbat ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Glucocorticoide und wird als weißes bis fast weißes, mikrofeines Pulver verarbeitet. In Wasser ist Prednicarbat praktisch unlöslich, in lipophilen Stoffen besteht eine relativ hohe Löslichkeit. Der Wirkstoff liegt in Rezepturgrundlagen fast ausschließlich dispergiert vor und neigt zur Bildung von Agglomeraten, wie wir anhand analytischer Auswertung im Rahmen eines Projektes feststellen konnten. Aus diesem Grund werden die nachfolgend genannten NRF-Rezepturen in zwei Schritten hergestellt, Prednicarbat wird dadurch homogen verteilt und die durchgängig kleine Teilchengröße gewährleistet.

    Unsere Herstellungsempfehlungen für Sie:

    Wichtiger Hinweis!
    Die Herstellung in zwei Schritten kann generell NUR in den Krukengrößen 30 g, 50 g und 100 g durchgeführt werden. Im ersten Schritt müssen mindestens 50% des Gesamtinhaltes verarbeitet werden.

    Stand der Information: 28.04.2021

    Eine Herstellungsempfehlung (nicht standardisiert) für die häufig bei uns angefragte NRF Rezeptur Hydrophile Prednicarbat-Creme 0,08% mit Octenidindihydropchlorid 0,1% (NRF 11.145.) finden Sie hier:

    Stand der Information: 27.05.2020

  • Salicylsäure

    Erhältlich ist Salicylsäure in kristalliner Form, als Pulver in unterschiedlich feiner Qualität, auch mikrofein, sowie als Rezepturkonzentrate in Form von Pulververreibungen oder halbfesten Verreibungen.

    Auch wenn Salicylsäure als feines Pulver oder in mikrofeiner Qualität verwendet wird, reicht zur Herstellung von Suspensionsrezepturen der Zerkleinerungsgrad meistens nicht aus, bzw. wird die geforderte Partikelgröße im Endprodukt nicht sicher erzielt. Die Teilchengröße muss gem. Ph. Eur. (9.0/0132) in halbfesten Zubereitungen zur kutanen Anwendung auf der Haut im Hinblick auf die beabsichtigte Anwendung „kontrolliert und geeignet” sein. Um eine durchgängig kleine Partikelgröße im Endprodukt zu erzielen, ist bei Verwendung von Salicylsäure als Pulver, auch als mikrofeines Pulver, die Bearbeitung der fertigen Rezeptur mit der Salbenmühle erforderlich. Die Verwendung eines industriell vorgefertigten oder selbsthergestellten Rezepturkonzentrates (z. B. gem. DAC – S. 25.) ist daher vorzuziehen, das nachträgliche Bearbeiten mit der Salbenmühle kann dadurch üblicherweise entfallen. Salicylsäure rekristallisiert aus übersättigten Lösungen nach dem Abkühlen, daher sollte eine mögliche Erwärmung durch den Mischvorgang (Inprozesserwärmung) minimiert und die Mischparameter (UpM) entsprechend ausgewählt werden.

    Im Rahmen unserer Untersuchungen für den 2. ZL-Ringversuch 2014 (Salicylsäure 5%, Prednisolon 0,25% in Wollwachsalkoholcreme DAB zu 50g), haben wir hinsichtlich der Wirkstoffverteilung und der gemessenen Partikelgröße einwandfreie Ergebnisse erzielt. Es wurden Proben mit mikrofeiner Salicylsäure und Salicylsäure-Verreibung (50% mit Vaselin) untersucht.

    Tipp: Zur Ermittlung der Kornfeinheit (Partikelgröße) sowie großer Partikel oder Agglomerate, kann ein Grindometer (WEPA Best.-Nr.: 026220) für die Inprozessprüfung benutzt werden. Hinweis: Regelrechte Messungen der Partikelgrößen und -verteilung bestimmt man mithilfe eines Mikroskops und spezieller Zubehörteile (Objekt- und Okular-Mikrometer).

    Stand der Information: 31.5.17

  • Triclosan

    Triclosan ist als Ausgangssubstanz nicht in mikronisierter Qualität zu beziehen, sondern hat eine feinkristalline Struktur. Das bedeutet, dass die erforderliche Teilchengröße bei rein suspendiert vorliegendem Wirkstoff nur dadurch erreicht werden kann, indem der Wirkstoff vorab extern in einer Reibschale zerkleinert wird. Alternativ kann auch die fertige Rezeptur mehrfach bei geringem Walzenabstand über die Salbenmühle gegeben und damit die Partikelfeinheit erzielt werden.

    In den NRF-Monographien „Lipophile Triclosan-Creme NRF 11.122.“ und  „Hydrophile Triclosan-Creme NRF 11.135.“ löst sich Triclosan in der Grundlage bzw. dem Hilfsstoff (dem flüssigen Lipid 2-Ethylhexyllaurat) komplett auf, hier sind keine Re-, Um- bzw. Auskristallisationsprozesse zu befürchten. Die Kombination mit Hydrophober Basiscreme DAC oder Anionischer Hydrophiler Creme SR DAC ist daher zu bevorzugen.

    Im Rahmen unserer Untersuchungen für den 1. ZL-Ringversuch 2016 (Lipophile Triclosan-Creme 1% NRF 11.122. 50,0 g), haben wir hinsichtlich der Wirkstoffverteilung einwandfreie Ergebnisse erzielt. 

    Stand der Information: geändert 19.04.2018

  • Wollwachsalkoholcreme

    In der Rezeptur finden häufig die Grundlagen Wollwachsalkoholcreme DAB, Wollwachsalkoholcreme SR DAC und Eucerin® cum Aqua Verwendung. Da die Bestandteile dieser Grundlagen teilweise natürlichen Ursprungs sind, kann es vorkommen, dass die Weiterverarbeitungseigenschaften der Wollwachsalkoholsalben, unabhängig von deren geeigneten Qualität gemäß DAB oder DAC, Schwankungen unterliegen. So können Rezepturen nach dem Mischvorgang instabil werden und es dadurch zu einer Phasentrennung kommen. Die Emulsion „bricht“. Unsere validierten Mischparameterempfehlungen für TOPITEC® Automatic, TOPITEC® Touch und TOPITEC® Expert sind bereits so gewählt, dass keine zu große physikalische Belastung (Scherung) bei der Weiterverarbeitung dieser Grundlagen ausgeübt wird.

    Unsere Empfehlungen:
    TOPITEC® AUTOMATIC: regulär 700 UpM.
    TOPITEC® TOUCH und EXPERT: Kategorie „Creme fest“, d.h. es wird kurzzeitig mit 2.000UpM, dann mit 700UpM gearbeitet.
    Weitergehende Informationen zu den Mischparameter-Einstellungen finden Sie im jeweiligen Rezepturhandbuch.


    Eine Weiterverarbeitung der vorgenannten Grundlagen mit noch geringeren oder abweichenden UpM wurde von uns nicht überprüft, daher können wir im Augenblick keine anderweitigen Herstellungsempfehlungen, aussprechen.

    Tipps:
    Bitte beobachten Sie Ihre Rezepturen eine Zeit lang nach der Herstellung, ggf. ist nach kurzer Zeit eine Phasentrennung erkennbar?

    Die Wollwachsalkoholcreme SR DAC enthält neben Wollwachsalkoholen zusätzlich die Emulgatoren Sorbitan- und Glycerolmonooleat und ist ggf. eine Alternative (nach Absprache mit dem Arzt) zu der Wollwachsalkoholcreme DAB. Rezepturen mit dieser Grundlage scheinen oftmals weniger scherempfindlich zu sein. Bei dieser Einschätzung handelt es sich allerdings lediglich um einen nicht belegbaren Erfahrungswert.

    Alternativ bleibt die manuelle Herstellung der Rezepturen in der Fantaschale, sofern herstellungstechnische Schwierigkeiten (wie oben beschrieben) dies erfordern.

    Weiterführende Informationen finden Sie auch hier (nur für Abonnenten des DAC/NRF zugänglich) https://dacnrf.pharmazeutische-zeitung.de/Rezepturhinweise/Wollwachsalkohole

    Für Informationen über die jeweiligen Grundlagen, Chargen etc. oder bei Fragen dazu, wenden Sie sich bitte an den Grundlagen-Hersteller.

    Stand der Information: geändert 13.07.2022

Verarbeitungshinweise

Mit diesen Übersichten der Verarbeitungsempfehlungen möchten wir Ihnen einen schnellen Überblick über unsere abgeprüften Herstellungs-empfehlungen geben. Hier finden Sie stichpunktartige Tipps und Hinweise zur Herstellung halbfester Zubereitungen, von Betamethasonvalerat bis Triclosan. Ausführliche Herstellungsbeschreibungen dieser Rezepturen finden Sie im jeweiligen TOPITEC® Rezepturhandbuch für EXPERT, TOUCH oder AUTOMATIC

SUPPORT VIDEOS

TOPITEC® EXPERT Adhoc Herstellung

 

TOPITEC® AUTOMATIC Adhoc Herstellung

 

Korrekte Hubbodenentnahme

Luftarmes Mischen (Volumenproblem)

Erythromycin – Herstellung im TOPITEC® Mischsystem